DIE NAMEN DER NUMMERN
Eine Initiative zur Erinnerung an 86 jüdische Opfer eines Verbrechens von NS-Wissenschaftlern
 


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© Hans-Joachim Lang

Alice Simon geb. Remak

Geboren am 30. August 1887 in Posen (heute: Poznań/Polen). Vater ist der Kaufmann Arnold Remak, Mutter ist Hedwig geb. Löw. Alice hat zwei Geschwister: Else (geboren 1888 in Posen) und Curt (geboren 1897 in Posen). 1905 zieht die im Jahr zuvor geschiedene Mutter mit ihren Kindern nach Berlin.

Am 10. Juli 1920 wird Alice in Berlin-Schöneberg in der Zwölf-Apostel-Gemeinde getauft, am 2. August 1920 heiratet sie den jüdischen Rechtsanwalt Dr. Herbert Simon (geboren am 1. Januar 1881 in Bromberg/jetzt: Bydgodszcz) in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche; auch er ist zum Protestantismus übergetreten. Am 30. Juni 1921 kommen Zwillinge zur Welt: Hedda (gestorben am 25. Februar 2004) und Carl. Alices Ehemann stirbt am 26. Januar 1936, ihren Sohn schickt sie 1936 und ihre Tochter 1937 zur weiteren Ausbildung nach London. Ende Dezember 1942 stirbt ihre blinde Schwiegermutter, deretwegen sie nicht emigriert war, im Altersheim.

Anfang Mai 1943 wird Alice Simon von der Gestapo aus ihrer Wohnung geholt und in das Jüdische Altersheim Große Hamburger Straße gebracht, das als Abschub-Lager umgerüstet ist. Am 18. Mai 1943 wird sie mit dem Transportzug von Berlin nach Auschwitz deportiert. Am 19. Mai 1943 kommen mit diesem Transport ungefähr 1000 jüdische Frauen, Männer und Kinder dort an. Nach der Selektion werden 80 Männer und 115 Frauen als Häftlinge ins Lager geschickt, die übrigen vermutlich 805 Personen sofort in der Gaskammer umgebracht. 30. Juli 1943 Deportation ins KZ Natzweiler-Struthof. Dort am 11. oder 13. August 1943 ebenfalls in der Gaskammer ermordet.
 

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Alice Simon

Stolperstein in Berlin, Joachimstalerstraße. Hier wohnte Alice Simon bis zu ihrer Deportation.

Straßenansicht des Gebäudes Joachimstalerstraße 12 in Berlin-Charlottenburg. Diese Haushälfte wurde bei einem Bombenangriff 1944 zerstört.