DIE NAMEN DER NUMMERN
Eine Initiative zur Erinnerung an 86 jüdische Opfer eines Verbrechens von NS-Wissenschaftlern
 


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© Hans-Joachim Lang

Bruno Beger (1911 - 2009)

Erst am 27. Oktober 1970 wurde gegen Bruno Beger und gegen Hans Fleischhacker vor dem Frankfurter Landgericht der Prozess wegen Beihilfe zum Mord eröffnet. Beger musste sich auch als Miturheber des Tötungsplans verantworten. Mit auf der Anklagebank saß Wolf-Dietrich Wolff, Referent von Wolfram Sievers in der Geschäftsstelle des »Ahnenerbes«.

Der Anthropologe des SS-”Ahnenerbe”  war 1948 in Darmstadt als »Mitläufer« entnazifiziert worden und arbeitete als kaufmännischer Angestellter in der Papierindustrie. Nach wie vor blieb er seinen alten Forschungsgebieten verhaftet, nun in seiner Freizeit und nicht aus offen rassistischen Motiven. Bereits 1952 startete er wieder zu einer Tibet-Expedition, der noch weitere folgten.

Bruno Beger wurde wegen Beihilfe zu 86-fachem Mord zur Mindeststrafe von drei Jahren verurteilt, seine Untersuchungshaft wurde ebenso angerechnet wie seine Darmstädter Internierungshaft zwischen dem 1. Mai 1946 und dem 2. Februar 1948. Laut Beschluss der 20. Strafkammer des Landgerichts Frankfurt vom 11. Juli 1977 “wird der noch nicht verbüßte Strafrest aus dem Urteil des Schwurgerichts beim Landgericht Frankfurt/Main vom 6. 4. 1971 in Verbindung mit dem Urteil vom 24. 10. 1973 gemäß § 56g StGB erlassen, da die angestellten Ermittlungen nichts Nachteiliges über die Lebensführung des Verurteilten ergeben haben”.

Bruno Beger ist laut einer Mitteilung aus seiner Familie vom 8.1.2010 im Oktober 2009 in Königstein/Taunus gestorben.