DIE NAMEN DER NUMMERN
Eine Initiative zur Erinnerung an 86 jüdische Opfer eines Verbrechens von NS-Wissenschaftlern
 


BuiltWithNOF

© Hans-Joachim Lang

Else Leibholz geb. Seelig

Geboren am 20. Juli 1889 in Glowitz/Pommern (heute: Glowczyce/Polen). Tochter von Leo Seelig und Maria Seelig. Gibt in ihrer von der Gestapo erhobenen Vermögenserklärung als Beruf Putzmacherin an. Heiratet am 18. Mai 1918 in Glowitz den Fleischermeister Alfred Leibholz (geboren am 4. Dezember 1887 in Schlawe/Pommern, gestorben am 8. August 1942 in Berlin, beigesetzt in Weißensee). Die Familie wohnt seit dem 1. November 1938 in Berlin in der Levetzowstraße 13. Vier Kinder: Marianne (geboren am 26. April 1921 in Glowitz, konnte in Berlin untertauchen und überleben, gestorben am 10. August 1972 in Eggersdorf), Walter (geboren am 20. September 1922 in Glowitz, Zwangsarbeit als Maschinenarbeiter bei Siemens-Halske in Spandau, am 1. März 1943 nach Auschwitz deportiert und dort getötet), Lieselotte (geboren am 16. November 1923 in Glowitz, Zwangsarbeit als Näherin für einen Wochenlohn von 15 Reichsmark) und Kurt (geboren am 4. November 1927 in Glowitz, dort 1934 eingeschult, Schulwechsel am 8. November 1938, in Berlin Zwangsarbeit bei der Firma Kranol). Lieselotte und Kurt werden mit ihrer Mutter am 17. Mai 1943 von Berlin nach Auschwitz deportiert. Am 19. Mai 1943 kommen mit diesem Transport ungefähr 1000 jüdische Frauen, Männer und Kinder dort an. Nach der Selektion werden 80 Männer und 115 Frauen als Häftlinge ins Lager geschickt, die übrigen vermutlich 805 Personen sofort in der Gaskammer umgebracht. Lieselotte und Kurt überleben Auschwitz nicht. Else Leibholz wird am 30. Juli 1943 ins KZ Natzweiler-Struthof deportiert und dort am 17. oder 19. August 1943 in der Gaskammer ermordet.