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Geboren am 14. November 1878 in Bandsechow, Kreis Stolp/Pommern (heute: Bedzichowo/Polen). Zweitältestes von acht Kindern (vier Brüder, vier Schwestern) von Guter und Ernestine Seelig. Kaufmannslehre in Berlin, Eröffnung des ersten Textilgeschäfts 1904. Verheiratet seit 1906 mit Clara Seelig geb. Gellert (geboren am 2. Juli 1881 in Berlin). Weltkriegsteilnehmer vom 5. August 1914 bis Kriegsende. Letzte Adresse in Berlin, Prenzlauer Berg, Kopenhagener Straße 11, dort befindet sich auch ein Textil-, Weiß- und Kurzwarengeschäft. Im August 1935 drei Wochen in Haft, derweil Plünderung des Ladens, der Anfang 1938 schließlich zum Schleuderpreis verkauft werden muss. Tochter Herta Noah emigriert mit ihrem Ehemann Herbert am 4. Oktober 1943 nach La Paz. Gustav Seelig muss von Ende 1941 an für 35 Reichsmark Wochenlohn bei Siemens-Schuckert Zwangsarbeit als Maschinenarbeiter verrichten, er wird am 2. März am Arbeitsplatz verhaftet. Das Ehepaar Seelig wird am 4. März 1943 mit dem 34. Transportzug von Berlin nach Auschwitz deportiert. Am 6. März 1943 kommen mit diesem Transport 1405 jüdische Männer, Frauen und Kinder dort an. Nach der Selektion werden 406 Männer und 190 Frauen als Häftlinge ins Lager geschickt, die übrigen 809 Personen sofort in der Gaskammer umgebracht, auch Clara Seelig. Gustav Seelig wird am 29. März 1943 wegen einer Fraktur am rechten Unterschenkel vom Häftlingskrankenbau Buna ins Stammlager Auschwitz überwiesen. 30. Juli 1943 Deportation ins KZ Natzweiler-Struthof. Dort am 17. oder 19. August 1943 in der Gaskammer ermordet.
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