DIE NAMEN DER NUMMERN
Eine Initiative zur Erinnerung an 86 jüdische Opfer eines Verbrechens von NS-Wissenschaftlern
 


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© Hans-Joachim Lang

Jacob Herschfeld

Geboren am 3. Mai 1897 in Bendsburg (heute: Bendzin/Polen). Wohnt in den frühen 1930ern mit seiner Frau in der Jablonskistraße 34; seit 1936 in Berlin-Mitte in der Michaelkirchstraße 24, wo bis zu ihrer Emigration bzw. Deportation 17 Juden wohnen, im zweiten Hinterhof. Herschfeld arbeitet zuletzt als zwangsverpflichteter Schlosser für wöchentlich 31 Reichsmark in der Hedwigshütte in Treptow. In der Zwei-Zimmer-Wohnung in der Michaelkirchstraße leben noch seine Frau Alice Herschfeld geb. Ehrlich (geboren am 10. Mai 1901 in Berlin) und Tochter Gerda (geboren am 30. April 1925 in Berlin). Die Tochter wird am 2. März vom Sammellager Levetzowstraße mit dem 32. Osttransport von Berlin nach Auschwitz deportiert und ermordet, Jacob und Alice werden einen Tag nach ihrer Tochter mit dem 33. Osttransport deportiert. Am 4. März 1943 kommen mit letzterem Transport 632 jüdische Männer und 1118 jüdische Frauen und Mädchen dort an. Nach der Selektion werden 517 Männer und 200 Frauen als Häftlinge ins Lager geschickt, die übrigen 1033 Personen, darunter Alice Herschfeld, sofort in der Gaskammer umgebracht. Jacob Herschfeld wird am 16. April 1943 wegen einer Rippenfellentzündung vom Häftlingskrankenbau Buna ins Stammlager Auschwitz überwiesen. 30. Juli 1943 Deportation ins KZ Natzweiler-Struthof. Dort am 17. oder 19. August 1943 in der Gaskammer ermordet.

Zum Gedächtnis an das Ehepaar Herschfeld und seine Tochter Gerda ließ am 4. Juni 2004 Dr. Evelyn Grollke an der Michaelkirchstraße 24 Stolpersteine verlegen.