DIE NAMEN DER NUMMERN
Eine Initiative zur Erinnerung an 86 jüdische Opfer eines Verbrechens von NS-Wissenschaftlern
 


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© Hans-Joachim Lang

Sophie Boroschek

Geboren am 29. Januar 1910 in Moschin/Posen (heute: Mrocza/Polen). Tochter des Destillateurs Abraham Boroschek (geboren am 22. Juni 1882 in Jaratschewo) und Lieschen geb. Hopp (geboren am 10. Mai 1886 in Moschin als Tochter des Glasermeisters Bernhard Hopp und seiner Frau Ernestine geb. Adam). Sie hat noch zwei Schwestern: Hildegard (geboren am 4. Februar 1912 in Moschin, zieht zu einem nicht bekannten Zeitpunkt nach Stettin, heiratet am 13. Juli 1940 in Paderborn Lothar Leske, zieht am 13. Dezember 1940 mit ihrem Mann nach Berlin in die Wohnung ihrer Eltern, beide werden am 19. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert) und Else (geboren am 10. Februar 1914 in Moschin). Sophie Boroschek zieht 1935 von der Wilhelm-Stolz-Straße 35 zu ihren Eltern in Berlin-Wedding, Bellermannstraße 1. Am 14. Mai 1936 wechselt sie nach Groß Salze (Kreis Kalbe), von dort zu einem nicht bekannten Zeitpunkt nach Bad Salzelmen in die Lindenstraße 18. Vom 28. Mai 1937 bis zum 14. Juni 1937 ist sie bei ihren Eltern in Wedding gemeldet, danach bis zum 29. Juli 1937 in Wyk auf Föhr auf, anschließend wieder bei ihren Eltern. Sie wohnt vom 1. Mai 1939 an in Berlin-Pankow in der Berliner Straße 127 in der Villa des hochbetagten Zigarettenfabrikanten Josef Garbáty-Rosenthal, der die Anstrengungen der Emigration nicht mehr auf sich nehmen will; er stirbt noch 1939. Vom 1. September 1942 an arbeitet Sophie Boroschek als Krankenschwester im Jüdischen Krankenhaus und wohnt in der Brunnenstraße 16 bei ihren Eltern, die am 12. März 1943 nach Auschwitz deportiert werden. Sophie Boroschek wird am 17. Mai 1943 mit dem 38. Osttransport ebenfalls von Berlin nach Auschwitz deportiert. Am 19. Mai 1943 kommen mit diesem Transport ungefähr 1000 jüdische Frauen, Männer und Kinder dort an. Nach der Selektion werden 80 Männer und 115 Frauen als Häftlinge ins Lager geschickt, die übrigen vermutlich 805 Personen sofort in der Gaskammer umgebracht. 30. Juli 1943 Deportation ins KZ Natzweiler-Struthof. Dort am 11. oder 13. August 1943 ebenfalls in der Gaskammer ermordet.
 

Josef Garbáty (1938), den Sophie Boroschek betreute.

© Willy Manns (mit freundlicher Genehmigung).

Mehr zu Josef Garbáty unter www.ansichtskarten-pankow.de